Exit

Online Marketing ist relevant – für alle Produkte.

Für die Alpenvereinshütten grundlegend aus folgenden Gründen: zum einen sind es User gewohnt auf ihrer „Reise“ von der Suche über die Anreise bis zur Bewertung digital begleitet zu sein, zum anderen ist jede Alpenvereinshütte bereits online präsent. Zum dritten ist Online Marketing eine kostengünstige Variante für die Hütte zu werben und mehr Besucher zu bekommen.

Im Rahmen meiner Masterthesis habe ich alle Online Auftritte aller Hütten qualitativ und quantitativ evaluiert. Da der Kunde im Mittelpunkt stehen soll, wurde auch dieser über eine User-Befragung befragt.

Ergebnisse allgemein

  • Online Marketing ist für jederman möglich – wenige Schritte können hier viel bewirken.
  • Das Wichtigste ist, die Infos zur Hütte auf ALLEN online Auftritten aktuell zu halten.
  • Die „Alpenvereinshütte“ ist eine starke Marke. Dies muss mittels Logopräsenz stärker nach Aussen getragen werden.
  • Die Gesamtvereine bieten große Portale und zeitgemäße Möglichkeiten zur Online Präsenz. Diese werden schlecht genutzt.
  • Der Hüttenbesucher möchte seine Infos von der Suche bis zur Heimfahrt und Bewertung digital haben – diese Veränderung im Kundenverhalten zu ignorieren ist riskant.
  • Der Kunde muss im Mittelpunkt der online Präsenz stehen, nicht die Sektion.
  • Die Hütten sind bereits mehrfach im Netz präsent, auch in den Sozialen Medien (jede Hütte hat einen Eintrag auf wikipedia oder Google-Maps). Betreut man diese Online Auftritte, kann man die Interaktionen begleiten und moderieren – betreut man sie nicht, finden Interaktionen trotzdem statt.

1.  Die Marke „Alpenvereinshütte“ ist stark und wichtig.

  • Sie ist eine starke und länderübergreifende Marke.
  • Sie besitzt ein eigenes Logo, das gut integrierbar ist, sowie kundenorientierte Kampagnen samt Logos.
  • Die Marke hat bei Kunden ein positives Image, ebenso die Kampagnen als auch die Gesamtvereine.
  • Jede Hütte ist auch alleine etwas Besonderes.
  • Die Hütte ist mehr als eine Infrastruktur – online ist sie eine „alpine Auskunftstelle“ für die Region (Wetter, Touren, etc.)

ABER nicht alle Hütten präsentieren die Marke „Alpenvereinshütte“, die Gesamtvereine oder Kampaganen auf ihrer Website.

 

2.  Die Hütten sind oft präsentiert, die Infos nicht immer aktuell oder unique.

Im Rahmen eines qualitativen und quantiativen Content-Audits im Frühjahr 2015 wurden (fast) alle Internetauftritte aller Hütten evaluiert.

Wikipedia hat den besseren Content!

Allgemeine Ergebnisse des Content Audit sind:

  • Jede Hütte hat mehrere Online-Auftritte – was nicht nur von Vorteil ist (Aufwand für Aktualisierungen, gleiche Inhalte).
  • Geringe Verwendung des Logos Alpenvereinshütten der Alpenvereine.
  • Wenig Veränderung der Textfelder bei alpenvereinaktiv.com und dem Hüttenfinder, somit existiert mehrfach derselbe Text.
  • Die eigenen Websites der Hütten sind oft besser gewartet und auch für User und Suchmaschinen relevanter.
  • Wikipedia hat qualitativ gesehen den besseren Content – unique, aktuell, georeferenziert.
  • Schlechte Qualität der Fotos
  • Beliebteste H1 ist „Herzlich willkommen!“ – dies ist für den User uninteressant.
  • Above the Fold Bereich ist schlecht befüllt, das meint den Bereich, den der User ohne Scrollen auf der Website sieht.
  • Fehlende Backlinks, also Links auf Partnerportale
  • Alleinstellungsmerkmale und Mehrwert fehlen: Was macht die Hütte besonders? Worüber informiert sie mich noch (Touren, Wetter,…)?
  • Die Inhalte sind nicht immer kundenorientiert bzw. sehr sektionsfokussiert.

Duplicate Content und geringe Verwendung der AV-Logos

Quantitative Ergebnisse des Content Audit zur Verwendung von Logo der Alpenvereinshütten, Alpenvereine und Uniquen Content.

Portale der Gesamtvereine – diese werden zuwenig aktualisiert!

 

Hüttenfinder – hohe Identifikation der User durch AV-Logos

548 = 95 % Hütten wurden angeschaut
  • Nur 13 % der Hütten haben einen individualisierter Content, was wiederum bedeutet, dass der Content auf mehreren Seiten existiert.
  • Das Portal wird von Usern gut angenommen, u.a. die  Aktivitäts-Piktogramme.
  • Die Kampagnenlogos werden gut dargestellt.

ABER der Hüttenfinder bietet keine georeferenzierten Informationen.

 

alpenvereinaktiv.com – am Zahn der (digitalen) Zeit

548 = 95 % Hütten wurden evaluiert.
  • Nur 13 % individualisierter Content, davon 9 % ÖAV, d.h. wiederum Duplicaten Content.
  • Das Tool wird vom Gesamtverein zur Verfügung gestellt und ist auch auf den Sektionsseiten integrierbar.
  • Zeitgemäß: Social Icons, georeferenziert, mobile,….
  • Touren in der Umgebung können eingearbeitet werden.

ABER viele Hütten erstellen keinen individuellen Hüttentext, der für die User (und die Suchmaschinen) wichtig wäre.

 

Weitere Internetauftritte der Hütten – uniqer Content

Landingpages der Sektionen – im Look & Feel der Vereine

25% haben eine Landingpage, 4,3 % ÖAV und 19 % DAV
  • 13,7 % setzen keinen Backlink auf die Portale der Gesamtvereine
  • Davon verwende nur 13 % das Logo „Alpenvereinshütte“
  • Davon verwende nur 11 % Kampagnenlogos (Mit Kindern auf Hütten,…)
  • CI und CD der Alpenvereine (Logos,…) ist automatisch gegeben, was der User als Vorteil sieht.
  • gute Position bei Suchergebnissen

ABER die Gestaltungsmöglichkeit ist auf diesen Seiten natürlich begrenzt.

Corporate „eigene“ Websites – beste Suchmaschinenplatzierung

  • 43 % Hütten, 25 % DAV und 16,32 % ÖAV haben eine eigene Website.
  • Davon verwenden 7,4 % Logo Alpenvereinshütten und 7 % die Kampagnenlogos
  • Davon verwenden 55 % Alpenvereinslogo
  • 7 % der Websites sind nicht richtig auf den Portalen verlinkt
  • 100 % uniquer Content, was gut für die Suchmaschinenpositionierung ist
  • Die eigenen Websites sind die Nummer 1 bei der Touren- und Hüttenplanung (User).
  • Alpenvereins bzw. -hütten Logos werden oft nicht dargestellt.
  • Auf der Startseite erscheinen oft die Hüttenwirte und ein „Herzlich willkommen!“, was für die User eher uninteressant ist.
ABER die Websites verwenden nur selten die AV-Logos und sind auf den Vereinsportalen oft nicht verlinkt.
Best practice Beispiel: Freiburger Hütte

Facebook

(Stand Frühjahr 2015, jetzt sind bereits wesentlich mehr Hütten auf Facebook)

Facebook ist nicht nur eine günstige Marketingmaßnahme, sondern bietet eigentlich alles, was das Userherz begehrt.

  • 7,8 % (Stand 03.2015), 4 % DAV, 3 % ÖAV
  • 4 Hütten verwenden nur FB für einen Auftritt
  • Viele Hütten sind schon als „Ort“ über Wikipedia angelegt.
  • FB lebt durch laufende Aktualisierungen, d.h. betreibt man eine Seite, muss man auch Internetzugang als auch die personellen Ressourcen miteinplanen.

ABER nur selten ist erkennbar, dass es sich um eine Alpenvereinshütte handelt.

Best practice Beispiel: Gamskarkogelhütte

Google Maps bzw. Google My Buisness

Die meisten Hütten sind automatisch angelegt (über wikipedia). Die Aktualisierung der Daten ist für die Suchmaschinenpositionierung als auch für den User wichtig, sind doch die meisten User gewohnt, ihre Anfahrt über Google Maps zu planen. Zudem bietet auch Google Maps (bzw. My Buisness) alles, was der User gegenwärtig braucht und lässt sich zudem noch einfach in die eigene Website einbinden.

Best practice Beispiel: Franz-Senn-Hütte

 

Wikipedia

59,4 % der Hütten sind auf Wikipedia, davon besteht 100 % uniquer Content und im CI der Alpenvereine. Ein Wikipedia Beitrag ist wertvoll und wird von Usern gut gewartet. Durch die gute Suchmaschinenpositionierung (im rechten Bereich der Suchergebnisse) ist es wichtig, aktuelle Änderungen auch hier einzugeben.

Best practice Beispiel: Franz-Fischer-Hütte

Weitere Portale und Plattformen

Instagram und Youtube wird auch nach und nach von den Hütten genutzt.
Zudem präsentieren viele Portale die Hütten, was zum einen gut ist, zum anderen aber auch bedeutet, dass auch hier Daten aktuell gehalten werden müssen. Hier nur einige: Almenrausch, Alpintouren, Bergfex, Bergsteigen.com, Bergwelten, Gipfeltreffen, Hikr.org, Kompass, Wandern.com, Winterwandern und regionale TVBs und Partner.

Aufgrund der Backlink-Funktion und der guten Marketingfunktion sollten auch diese Portale gewartet werden.

3.  User-Befragung – die User sagen, was sie online lesen wollen

Im Rahmen der Online-Befragung wurden den Usern wurden 16 Fragen gestellt, der Fragebogen auf die Website des DAV gestellt. 738 Personen haben teilgenommen und davon 600 Personen (teilweise) geantwortet.

Ergebnisse der Userberfragung – ignoriert das Internet nicht!

  • Die sogenannten Digital Natives, die „jüngeren“, die mit digitalen Medien aufwachsen, werden derzeit noch nicht bzw zu wenig erreicht.
  • Die User sagen ganz konkret, welche Inhalte sie dargestellt haben und lesen wollen.
  • Neben Online ist Print (gedruckte Karten, Führerliteratur) immer noch wichtig.
  • Empfehlungen von Freunden sind wichtig – das wäre genau die Chance der Sozialen Medien.
  • Die Hütteninfos müssen auch am Handy abrufbar sein – inklusive Touren und Anfahrtsbeschreibung.
  • Die Alpenvereinshütte ist eine starke Marke, ebenso die Gesamtvereine. Das will der User sehen.
  • Der Hüttenbesucher will von der Suche über die Anfahrt bis zur Bewertung digital betreut sein.

Das will der User lesen!

Wichtige Inhalte (laut User-Befragung)

  • Eigenes Logo der Hütte (samt Favicon) oder Hüttenname
  • Logo „Alpenvereinshütte“ oder „Alpenverein“

Interessante Inhalte (laut User-Befragung)

  • Unterscheidung Alpenvereinshütte oder privat
  • Aktuelle Öffnungszeiten und Kontaktdaten
  • Thema Sicherheit: Wetter, Lawinen – Einbauen über Drittanbieter
  • Tourenbeschreibungen und georeferenzierte Informationen zur eigenen und zu den benachbarten Hütten: über das Tool von alpenvereinaktiv.com
  • Informationen zum Parkplatz und zur Anreise, z. B. mit Google Maps
  • Preise: Nächtigungen, Speisen
  • Online-Buchungs-, -Reservierungsmöglichkeit, Beleginformation und Stornobedingungen
  • Fotos und Infos: zu Zimmern und deren Ausstattung, Sanitäranlagen, weiteren Räumen (Seminarraum)
  • Informationen zu aktuellen Bedingungen im News-Bereich
  • Familienfreundlichkeit (Kampagne „Mit Kindern auf Hütten“)
  • Regionale Speisen (Kampagne „So schmecken die Berge“)
  • Hunde auf Hütten erlaubt
  • Informationen zum Winterraum und zu Selbstversorgerhütten
  • Sitemap bei umfangreichen Websites

Optionale Inhalte (laut User-Berfragung)

  • Möglichkeit zur Online-Mitgliedschaft
  • Newsletter
  • Infos zur Zahlungsmöglichkeit
  • Webcam
  • Wichtige Telefonnummern (Wetter, Lawinen)
  • Informationen für Allergiker und Vegetarier

Uninteressante Inhalte (laut User-Befragung)

  • POIs (Points of Interest) in der Umgebung
  • Informationen zu den Wirtsleuten
  • Geschichte der Hütte
  • Energieversorgung der Hütte
  • Sektions- und alpenvereinsspezifische Informationen

Do it yourself Handlungsempfehlung

Woher stammen die Daten?

2015 habe ich im Rahmen meines Studiusm eine Masterthesis zum Thema „Online Marketing Leitfaden für NPOs, EPUs und KMUs – am Beispiel der Alpenvereinshütten“ erstellt und dabei alle Online Auftritte aller Alpenvereinshütten des DAV, ÖAV und AVS qualitativ und quantitativ evaluiert. Zudem wurde eine umfangreiche User-Befragung durchgeführt.

Intention der Masterthesis war unter anderem den Hüttenwirten und -warten „Do it yourself“-Anleitungen zu geben, durch die sie Geld, Zeit und (Fach-)Personal sparen können.

Close
Go top